Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

 

Der rote Fingerhut ist eine zweijährige in Europa und Nordafrika heimische Pflanze und steht unter Naturschutz. Durch seine Inhaltsstoffe Digitalin und Digitoxin zählt er zu den stärksten Giftpflanzen; bereits der Verzehr von zwei Blättern kann für den Menschen tödlich sein. Auffallend ist, dass er seine Blüten stets gegen das freie Licht ausrichtet (botanisch: „einseitswendig“); so sind nur Erdhummeln in der Lage von unten in die Blüten hineinzukriechen, um sie zu bestäuben.
Seine medizinische Wirkung kannte man bereits im 18. Jahrhundert. Die Einführung des Mittels in die Homöopathie geht auf Samuel Hahnemann persönlich zurück, der es mit 13 Kollegen zusammen prüfte und das Arzneimittelbild erstellte.

Aber auch in der Allopathie wird Digitalis medizinisch eingesetzt, hauptsächlich zur Stärkung der Kontraktionskraft des Herzens.

In der klassischen Homöopathie wird Digitalis vorwiegend bei Herzkrankheiten eingesetzt; wegen der Toxizität ist Digitalis verschreibungspflichtig bis einschließlich D3.